1800. Kreide, 95,5 x 53,4 cm. Stiftung Weimarer Klassik, Museen
Im selben Jahr, in dem Bury sein Gemälde Goethes als
Theaterdirektor schuf, entstand dieses lebensgroße Bildnis,
begonnen am 22.2., als Pendant zum Porträt seiner
Lebensgefährtin Christiane Vulpius (Stiftung Weimarer Klassik,
Museen). Auf gleiche Weise gekleidet wie auf dem Bildnis mit den
Attributen des Theaters, greift Goethe jedoch hier mit entschiedenem
Willensgestus in den Umhang. Caroline Herder fand das Porträt
idealisiert und doch ganz ähnlich. Ein Admiral und erster
Konsul kann so aussehen.
Zit. nach Wahl 1925, S. 31). Die
versteckte Anspielung auf Napoleon scheint gewollt und wurde offenbar
verstanden, auch in Verbindung mit dem Porträt Christianes, dessen
Ähnlichkeit in der Anmut der Haltung und in der modischen
Haartracht mit zeitgleichen französischen Bildnissen von Frauen
augenfällig ist. Goethe erwarb das Bildnispaar von Bury. Der
spätere Kanzler Müller sah es im Herbst 1801 und empfand den
Bekenntnischarakter des Goetheporträts: Das Bild gab mir Licht
über den tiefen, kraftvollen, aber unerschütterlichen ernsten
und starren Charakter
(Wahl 1925, S. 31).
Aus: Goethe und die Kunst, S. 169
<http://www.kisc.meiji.ac.jp/~mmandel/recherche/goethe_bury.html>
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