Johann Heinrich Wilhelm Tischbein: Goethe am Fenster der römischen Wohnung am Corso. 1787

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J.W.H. Tischbein, Goethe am Fenster der römischen Wohnung am Corso, 1787

Aquarell, Kreide und Feder über Bleistift / Papier. 41,5 * 26,6 cm. Frankfurt a.M., Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum

Das Aquarell, das zu den anrührendsten und berühmtesten Goethe-Bildnissen gehört, entstand in der Wohnung, die Tischbein während ihrer gemeinsamen Zeit in Rom mit Goethe bewohnte. Seit 1973 ist das Haus in der Via del Corso Goethe-Museum. Der Raum, in dem Goethe am Fenster lehnt, ist erhalten. Seine anziehende Stimmung gewinnt das Bild nicht nur durch den Kontrast vom dämmrig stillen Zimmer mit dem hellen, geradezu lärmend scheinenden Draußen. Die Rückenstellung Goethes und seine zwanglose Haltung geben ihm den Anschein, als fühle er sich sicher und unbeobachtet, so daß es uns als Betrachter leicht wird, uns ihm in intimer Begegnung zu nähern oder uns an seine Stelle zu begeben. Durch diesen Sog in das Bild hat Tischbein der Augenblickssituation den Reiz gegeben, zeitlos und für jedermann scheinbar persönlich erlebbar zu sein.

Aus: Goethe und die Kunst, Kat.Nr. 113, S. 163

<http://www.kisc.meiji.ac.jp/~mmandel/recherche/goethe_casa.html>
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