Leo Perutz (1882-1957)

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Leo Perutz am Schreibtisch in Tel Aviv Leo Perutz am Schreibtisch in Tel Aviv, vermutlich Mitte der 40er Jahre

Zeittafel

Quellen: Hans-Harald Müller: Leo Perutz. München: Beck 1992, S. 136f, sowie Ulrike Siebauer: Leo Perutz — Ich kenne alles. Alles, nur nicht mich. Eine Biographie. Gerlingen: Bleicher 2000. Vgl. auch die Bibliographie der Werke innerhalb der Perutz-Bibliographie (PDF).

2.11.1882
Leo(pold) Perutz wird in Prag als ältester Sohn des Textilkaufmanns Benedikt Perutz und seiner Frau Emilie (geb. Österreicher) geboren.
1888-1899
Besuch der Privat-Volksschule des Piaristen-Ordens in Prag-Neustadt, des k.k. deutschen Staatsgymnasiums ebd., und des k.k. Gymnasium in Krummau.
1901
Umsiedlung der Familie nach Wien.
1901-1902
Besuch des K.K. Erzherzog Rainer Real-Gymnasiums, Abgang ohne Matura.
1902-1907
Verkehr im literarischen Verein Freilicht, Bekanntschaft mit Richard A. Bermann und Ernst Weiß.
1904
Wehrdienst als Einjähriger in Prag.
1905-1907
Ausbildung zum Versicherungsmathematiker, Gasthörer an der Universität und K.K. Technischen Hochschule in Wien.
1906/07
Erste Veröffentlichungen von Erzählungen in Wien (durch Vermittlung Richard Beer-Hofmanns) und Teplitz.
1907-1908
Arbeit als Versicherungsmathematiker zunächst in Triest, 1908-1923 in Wien.
1909-1911
Versicherungsmathematische Publikationen.
1911-1915
Arbeit am ersten Roman Die dritte Kugel, erschienen 1915.
1916
Veröffentlichung des Romans Das Mangobaumwunder, einer Gemeinschaftsarbeit von Leo Perutz und Paul Frank.
August 1915
Einberufung als Landsturm-Infanterist, am 4.7.1916 an der Ostfront lebensgefährliche Verletzung durch einen Lungenschuß; anschließend langwierige Spitalaufenthalte, Beförderung zum Landsturm-Leutnant; Dienst im Kriegspressequartier, dort enger Kontakt mit Egon Erwin Kisch.
19.3.1918
Vermählung mit der Arzttochter Ida Weil.
1918
Publikation des 1917 entstandenen Romans Zwischen neun und neun.
1919
Anonyme Veröffentlichung einer Schrift gegen die Militärjustiz im Weltkrieg, Die Feldgerichte und das Volksgericht.
1918/19
Arbeit am Roman Der Marques de Bolibar, erschienen 1920.
1920-1922
Entstehung des Romans Der Meister des Jüngsten Tages, veröffentlicht 1923.
1924
Publikation des 1923 entstandenen Romans Turlupin.
1924
Gemeinsam mit Oswald Levett Übersetzung und Bearbeitung von Victor Hugos Roman Quatrevingt-treize, 1925 unter dem Titel Das Jahr der Guillotine publiziert.
13.3.1928
Perutz' Frau Ida stirbt einen Tag nach der Geburt des Sohnes Felix an Lungenentzündung.
1928
Gemeinsam mit Oswald Levett Übersetzung und Bearbeitung von Victor Hugos Roman Bug-Jargal, der 1929 unter dem Titel Flammen auf San Domingo erscheint.
1928
Abdruck von Perutz' Roman Wohin rollst du, Äpfelchen... in der Berliner Illustrierten Zeitung (Auflage etwa 2 Millionen Exemplare).
1930
Publikation der Novellensammlung Herr, erbarme dich meiner!
4.12.1930
Uraufführung des gemeinsam mit Paul Frank geschriebenen Stücks Die Reise nach Preßburg im Theater in der Josefstadt (Regie: Emil Geyer).
1933
Publikation des 1931/32 entstandenen Romans St. Petri-Schnee, der nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland nicht mehr ausgeliefert wird.
12.4.1935
Uraufführung der gemeinsam mit Hans Adler und Paul Frank geschriebenen Komödie Morgen ist Feiertag im Deutschen Volkstheater (Regie: Heinrich Schnitzler).
16.5.1935
Perutz heiratet in zweiter Ehe die 1904 geborene Grete Humburger.
1936
Der Roman Der schwedische Reiter, an dem Perutz mit Unterbrechungen von 1928 bis 1936 arbeitete, erscheint in Wien, darf aber nicht nach Deutschland exportiert werden.
9.7.1938
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich verläßt Perutz mit seiner Familie Wien und fährt über Venedig nach Haifa. Die Familie läßt sich in Tel Aviv nieder.
1941-1946
Durch Vermittlung von Perutz' Freunden Annie und Hugo Lifcis und mit der Unterstützung von Jorge Luis Borges erscheinen Perutz' Romane in spanischer Sprache in Argentinien.
1941
Perutz' Komödie Morgen ist Feiertag wird in Argentinien unter dem Titel Historia de una noche erfolgreich verfilmt.
1950
Das erste Mal nach dem Zweiten Weltkrieg erhält Perutz, der von 1947 bis zu seinem Tod die Sommermonate in Europa verbringt, eine Einreiseerlaubnis nach Österreich.
1953
Der Roman Nachts unter der steinernen Brücke, an dem Perutz mit Unterbrechungen 27 Jahre arbeitete, erscheint in der Frankfurter Verlagsanstalt.
25.8.1957
Leo Perutz stirbt in Bad Ischl.
1959
Der Roman Der Judas des Leonardo wird posthum veröffentlicht.

Texte zu Leo Perutz

Sofern nicht anders vermerkt, von Michael Mandelartz.

<http://www.kisc.meiji.ac.jp/~mmandel/recherche/perutz.html>
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