Angelica Kauffmann: Johann Wolfgang von Goethe. 1787/88

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Angelica Kauffmann, J.W.v. Goethe. 1787/88

1787/88. Leinwand, 64 * 52 cm. Weimar, Goethe-Nationalmuseum

Dort [in Kauffmanns römischem Haus Via Sistina 72] entfaltete sich um Angelica ein glänzendes gesellschaftliches Leben. Es kamen viele Gäste aus dem Ausland, darunter die Herzoginnen Amalie von Weimar und Luise von Anhalt-Dessau, Kaiser Joseph II. und Kronprinz Ludwig von Bayern. 1786 und 1788 besuchten sie Goethe und Herder. Goethe, der ihr unglaubliches Talent rühmte, kam am Sonntag zu Tisch; er las ihr aus Iphigenie vor, und sie half ihm beim Zeichnen. Angelica malte auch das Bildnis Johann Wolfgang von Goethe. Noch tiefer war die Freundschaft, die Herder der Künstlerin entgegenbrachte. Er schrieb nach Weimar: Jetzt, da ich seit meiner Reise nach Neapel klarer sehe und eine ruhigere Seele habe, ist mir diese Frau über alles, was in und um Rom ist, teuer. Bei aller demütigen Engelsklarheit und Unschuld ist sie vielleicht die kultivierteste Frau in Europa. Über ihre Kunst urteilte er: In der Komposition ist die ihr eingeborene Grazie der Charakter ihrer Menschen und Mit einem schönen Verstand, der das Ganze aufs leiseste umfaßt und jeden Teil wie eine Blume entsprießen läßt, hat sie alles harmonisch sanft geordnet.

Aus: Kindlers Malerei-Lexikon, Bd. 3, S. 548.

<http://www.kisc.meiji.ac.jp/~mmandel/recherche/goethe_kauffmann.html>
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