Stichwort Licht

Zur enzyklopädischen Geschichte eines Begriffs

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Von Michael Mandelartz. Stand: Dezember 2007. Erste Fassung: 17. August 2005.

[…] die Natur des Lichts wird wohl nie ein Sterblicher
aussprechen; und sollte er es können, so würde er von
Niemanden, so wenig wie das Licht, verstanden werden.

J. W. Goethe: Brief an C. Fr. v. Reinhard, 7. Oktober 1810

Die Farbe leuchtet auf und will nur leuchten. Wenn wir
sie verständig messend in Schwingungszahlen zerlegen, ist
sie fort. Sie zeigt sich nur, wenn sie unentborgen und
unerklärt bleibt. Die Erde läßt so jedes Eindringen
in sie an ihr selbst zerschellen. Sie läßt jede nur
rechnerische Zudringlichkeit in eine Zerstörung
umschlagen.

Martin Heidegger: Der Ursprung des Kunstwerkes

 

VorbemerkungArtikel aus NachschlagewerkenHistorische Werke

Vorbemerkung

Licht wurde bis etwa 1900 als Ursache der Sichtbarkeit der Gegenstände oder als dasjenige, was das Sehen hervorbringt, definiert. So Wolff, Zedler, Gehler, Hutton, Pierer, Meyer 1888-89. Diese zurückhaltende Definition ist eigentlich gar keine, denn wir wissen nach der Lektüre immer noch nicht, was Licht ist. Die definitorische Sackgasse erweist sich als notwendig, wenn wir bedenken, daß wir das Licht nicht zeigen können, weil es Voraussetzung des Zeigens ist. Die frühesten angeführten Definitionen (von Harsdörffer, 1653 und Walch, 1726) sind in diesem Sinne die konsequentesten: Harsdörffer bringt nur Beispiele, und Walch zieht sich auf Muthmaßungen zurück. Goethe verweigert jede Definition. Noch die Britannica von 1911 steht mit einem Bein in dieser skeptischen Tradition.

In den physikalischen Lexika des ausgehenden 18. Jahrhunderts konkurriert die physikalische Definition in der Tradition Newtons mit der skeptischen, oder verdrängt sie (Gehler, Erxleben, Funke). Nach einer Übergangszeit (Britannica 1911, Herder 1957) beherrscht heute die bloß physikalische Definition, Licht sei der sichtbare Teil der elektromagnetischen Strahlung (Wellenlänge von ca. 380 bis 780 nm), auch die Allgemeinlexika. S. Columbia Encyclopedia, Wikipedia, Brockhaus, Britannica und Encarta von 2005 (letztere fehlerhaft und wenig präzise).

Zu dieser Definition wäre anzumerken, daß niemand elektromagnetische Strahlung sieht: wir sehen leuchtende oder beleuchtete Gegenstände. Die Strahlung zwischen Lichtquelle und Auge bleibt insgesamt unsichtbar und schließt daher auch keinen sichtbaren Teil ein. Man wende nicht ein, daß dann ja auch der Schall nicht gehört würde, denn wir hören in der Tat nicht den Schall, sondern einen Vogel, ein Auto, Kindergeschrei und Bachgeplätscher, also Geräuschquellen; wir sehen auch nicht Wellen, sondern wellenförmig bewegtes Wasser. Schall und Welle sind lediglich Abkürzungen. Die Existenzaussage betrifft die zugrundeliegenden Medien Luft und Wasser, nicht die Art ihrer Bewegung. Im Falle des Lichtes nehmen wir allerdings nicht einmal ein Trägermedium, geschweige denn seine Bewegung wahr. Der physikalische Begriff sichtbares Licht vergegenständlicht die ihm zugrundeliegende Theorie.

Eine zweite, eher erkenntnistheoretisch ausgerichtete Linie der Begriffsgeschichte trennt zwischen subjektiver Empfindung und der Ursache der Empfindung außer uns. Sie zeichnet sich schon bei Zedler ab, wird bei Ersch / Gruber so weit getrieben, daß der Autor den naiven Begriff des Lichts verwenden muß, den er zuvor abgelehnt hat, und klingt bei Pierer, Eisler und Herder wieder aus.

Die folgenden Artikel beleuchten die Verengung, ja Ausblendung der Erfahrung durch zunehmende Objektivierung der wissenschaftlichen Begriffe. Am vorläufigen Ende der Entwicklung ist der Begriff zwar mathematisiert und damit scheinbar eindeutig, sein Gegenstand, der sichtbare Teil der elektromagnetischen Strahlung, aber nur noch fiktiv. Dazu Helmuth Plessner:

Nehmen wir als Beispiel die physikalische Optik. Je weiter sie fortschreitet und sich theoretisiert, d. h. den mathematischen Begriffen Eingang in die empirischen Beobachtungen verschafft, desto geringer wird die Menge der Aussagen über Dinge, bei denen das Auge und der Lichteindruck noch eine Rolle spielen. An die Stelle des optischen Organs treten andere Kontrollen. Die Optik — wie die ganze Physik — wird in dem Maße, als sie sich ihrem Ideal einer strengen Wissenschaft nähert, sinnenärmer, um schließlich die Sinne und die nur ihnen aufgeschlossenen Schichten der Farben- und Formenwelt ganz zu eleminieren, die sie dann — begriffen hat.

Helmuth Plessner: Die Stufen des Organischen und der Mensch. Einleitung in die philosophische Anthropologie. 3. Aufl. Berlin, New York: de Gruyter 1975, S. 29.

Artikel aus Nachschlagewerken

Johann Georg Walch: Philosophisches Lexicon. Leipzig 1726: Licht.

Es wird dieses Wort in eigentlichen und verblümten Verstand gebraucht, wenn man nach dem letztern von dem Licht der Natur, der Seelen, der Vernunfft redet, wie die folgenden Artickel zeigen. Im eigentlichen Sinn kommt solches in der Physic für, da man dessen Natur und Beschaffenheit betrachtet; weil es aber eine der allerschwersten Materie ist, so kann mans nicht weiter als auf Muthmaßungen bringen. Es kan dieses Wort auch in der Physic auf zweyfache Art genommen werden. Denn entweder verstehet man durch das Licht dasjenige, was wir empfinden, wenn ein leuchtender und scheinender Cörper vor unsern Augen ist; oder dasjenige, so in dem leuchtenden Cörper liegt und vermittelst unserer Augen die Empfindung des Sehens errreget, daß also das Licht einmal an und vor sich; hernach in Ansehung unserer Empfindung zu erwegen, welche letztere Betrachtung den Artickel von dem Sehen angehet. [...]

Ephraim Chambers: Cyclopaedia, or, An universal dictionary of arts and sciences, Bd. 2, London 1728: LIGHT.

LIGHT, a Term used in various Senses: Sometimes it signifies that Sensation occasioned in the Mind by the View of luminous Bodies; sometimes that Property in those Bodies, whereby they are fitted to excite those Sensations in us; and, lastly, some mean by it a certain Action of the luminous Body on the Medium, between that and the Eye, by means whereof they suppose the one to act on the other, and this they call secundary, or derived Light, to distinguish it from that of luminous Bodies, which is called primary, or innate. [...]

Christian Wolff: Vollständiges mathematisches Lexicon. Leipzig 1734, S. 766 f: Licht.

Licht, Lumen wird in der Optick alles dasjenige genennet, was die umstehenden Cörper sichtbar machet. Eben daher werden in der Schrifft die Sonne und der Mond Lichter genennet, weil sie die um uns auf dem Erdboden stehende Sachen sichtbar machen. Wie man die Stärcke des Lichts determinieren kan, hat Wolff in seinen Element. opticae cap. 2 gezeiget. Newton hat in seiner Optica durch vielfältige Erfahrung erwiesen, daß das Sonnen-Licht nicht aus einerley Strahlen bestehe. Wie helle Kugeln, dergleichen Sonne, Mond und Sterne sind, einander erleuchten, findet man gleichfalls in nur angeführten Elementis Opticae § 110 & seqq. [...]

Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges UNIVERSAL LEXIKON. 1732-54: Licht, Lat. lux.

Licht, Lat. Lux, Lumen, Französisch Lumiere, ist überhaupt dasjenige, was dergestalt in unsere Augen würcket, daß wir dadurch einen Begriff von Sachen ausser uns erlangen; oder kürzer zu reden, was die um uns stehenden Sachen sichtbar macht. Wir wollen diese Erklärung zu rechtfertigen setzen: Es sässe einer im finstern in einem fremden Zimmer, welches ihm ganz unbekannt ist, so wird er nichts von denen umstehenden Sachen unterscheiden können, er wird weder wissen, wo der Tisch, noch wo die Stühle sind, er wird nicht wissen, ob etwas auf der Erde lieget oder nicht, u. s. w. bringt nun jemand ein angezündetes Licht in das Zimmer, so kan er gleich alles dieses erkennen, und von einander unterscheiden, und deswegen wird er nun sagen, es sei lichte oder helle im Zimmer. [...]

Diderot / d'Alembert: Encyclopédie ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers. 1751-1772, Bd. 19.

LUMIERE, s. f. (Optiq.) est la sensation que la vue des corps lumineux apporte ou fait éprouver à l'ame, ou bien la propriété des corps qui les rend propres à exciter en nous cette sensation. Voyez SENSATION. [...]

Johann Georg Sulzer: Allgemeine Theorie der Schönen Künste. 1771: Licht und Schatten.

Licht und Schatten. (Zeichnende Künste) So oft ein eingeschränktes Licht auf dunkle Körper fällt, entstehen auch Schatten: so dass Licht und Schatten in einer unzertrennlichen Verbindung stehen; besonders weil allemal die Stärke in beiden nach einerlei Graden ab und zunimmt. [...]

Johann Samuel Traugott Gehler: Physikalisches Wörterbuch. Leipzig: Schwickert. 1787: Licht, Lux, Lumen, Lumiere.

Licht, Lux, Lumen, Lumiere.
Das, was die Körper sichtbar macht. Es ist sehr natürlich, daß bey der Erleuchtung und bey dem Sehen, irgend etwas von dem leuchtenden Körper bis zum erleuchteten, und von dem Gesehenen bis zum Auge, fortgehen muß, es mag nun dieses eine eigne Materie, oder blos die Bewegung eines Zwischenmittels seyn. Ohne solche Verbindungen wäre doch keine Einwirkung entfernter Körper in einander und in unser Auge begreiflich. Dieses Etwas, es bestehe worin es wolle, nennen wir Licht, und so bedeutet dieses Wort die unbekannte Ursache der Erleuchtung und des Sehens. [...]

Johann Christian Polykarp Erxleben, Georg Christoph Lichtenberg: Anfangsgründe der Naturlehre. 6. Aufl. 1794. Achter Abschnitt: Vom Lichte.

Allgemeine Bemerkungen über das Sehen — §. 297. — Wir können körperliche Gegenstände, die von uns entfernt sind, mit den Augen wahrnehmen, oder sehen, wenn von den Gegenständen nach unserm Auge hin eine gerade Linie gezogen werden kann, die nirgends von einem andern Körper unterbrochen wird. Oder wir sehen durch geradlinichte Lichtstrahlen, die von den sichtbaren Gegenständen ausfahren und sich nach allen Seiten hin auszubreiten scheinen. Die Luft ist nicht das Mittel, wodurch wir sehen; denn wir sehen auch Körper, die sich in einem völlig luftleeren Raume befinden. [...]
Theorien vom Lichte.
§ 307.
Daß wir durch etwas sehen sollten, was aus unsern Augen nach den sichtbaren Gegenständen hinflösse, wie sich die Alten zum Theil eingebildet haben, läßt sich bey genauerer Prüfung nicht gedenken. Die Lichtstrahlen müssen also entweder wirklich nach allen Seiten zu aus einem leuchtenden Körper hervorströmen, oder es muß in einer allerwärts um uns herum ausgegossenen Lichtmaterie eine Art von Bewegung durch den leuchtenden Körper hervorgebracht und dadurch Lichtstrahlen gebildet werden.
§ 308.
Newton erklärt die Weise, wie das Sehen geschieht, dadurch, daß er Lichtstrahlen annimmt, die aus den leuchtenden Körpern ausfahren sollen (systema emanationis). Allein wenn man bedenkt, daß die Sonne alsdann unaufhörlich eine ungeheure Menge Lichtstrahlen ausschicken müßte, da man doch nicht wahrnimmt, daß sie von ihrer Größe verliert, noch etwas wahrscheinliches davon sagen kann, wo diese Lichtstrahlen hernach bleiben: daß diese ungeheuere Menge von Lichtstrahlen einander durchkreuzen müßten, ohne sich doch dabey in ihrer Bewegung aufzuhalten oder ihre Richtung abzuändern; daß die durchsichtigen Körper nach allen Richtungen in geraden Linien durchbohrt seyn müßten, wenn diese Hypothese Statt finden sollte, welches doch ganz unmöglich scheint: so sollte man geneigter werden die zweyte Hypothese anzunehmen.
[Zusatz von Lichtenberg:]
Alle Einwürfe, die der Hr. Verf. hier und in den folgenden §§ gegen die Lehre Newtons beybringt, sind von gar keinem Belang, wie er hier und da bey einigen in der Folge selbst zu fühlen scheint. [...] Das Vibrations-System reicht, vermittels einiger Hülfsfictionen, zwar hin zu erklären wie Helle, Hellheit so entstehen kann wie wir sie bemerken, (und aus diesem Gesichtspunkt ist das Licht bisher fast einzig betrachtet worden) aber nicht, ohne Fictionen mit Fictionen zu häufen und allen Weg der Analogie gänzlich zu verlassen, wie so viele andre Würkungen des Lichts statt finden können. So ließe sich der Geruch der Schwefelledern sehr gut durch Vibrationen erklären, aber nicht die übrigen Einwirkungen dieser Schwingungen z. B. auf die Auflösungen der Metalle. Man darf mit Zuverlässigkeit behaupten, daß, seitdem man angefangen hat das Licht als Körper mit allen seinen Affinitäten zu betrachten, verbunden mit seiner Geschwindigkeit, endlich ein Tag in den dunkelsten Gegenden der Physik zu dämmern angefangen hat. Hiermit wird aber nicht geläugnet, daß auch diese Vorstellungsart noch ihre Schwierigkeiten habe, und daß wir überhaupt noch weit entfernt sind die Natur des Lichts deutlich zu erkennen, und aus subjektiven Ursachen vielleicht nie ganz erkennen werden. L[ichtenberg].

Johann Georg Büsch: Encyklopädie der mathematischen Wissenschaften. 2. Aufl. Hamburg 1795: Fünftes Capitel. Von den optischen Wissenschaften. § 1. Erster Abschnitt: von dem Grunde der Eintheilung der optischen Wissenschaften und von der Optik insbesondere.

Die Substanz des Lichtes und dessen wesentliche Eigenschaften sind noch ein unergründliches Geheimnis für den Naturkundiger. Selbst die Frage: ob das Licht etwas körperliches, wenigstens, ob es in demselben Verstande als materiel anzusehen sei, in welchem wir die übrigen physischen Substanzen Körper nennen? ist schwer zu bejahen. Indessen hat man viele Erscheinungen dieser Substanz bemerkt, welche unter einerlei Umständen sich immer unverändert zeigen, und mathematisch geschäzt oder zum voraus bestimmt werden können. Man weiß, daß in dem Lichte eine Bewegung sei, mit welcher dessen Wirkung in einer erstaunlichen Geschwindigkeit von einem Ort zum andern übergeht, und diese Geschwindigkeit läßt sich zuverlässig bestimmen. Man weiß, daß diese Wirkung in einer geraden Linie fortgehe, so lange diese Linie durch einerlei Substanz oder Medium geht; daß gewisse Körper dem Lichte den Durchgang verstatten, aber dabei den geraden Weg desselben verändern; daß alle Körper überhaupt es an sich ziehen, wenn es neben ihrer Oberfläche hinstreicht; andere es ganz in sich ziehen, und, soviel man wahrnimmt, dessen fernere Bewegung aufhören machen; daß wieder andere es von ihrer Oberfläche zurükwerfen, und in einem ganz anderen Wege, als in welchen es auf dieselben traf, zurük zu gehen nötigen. [...]

Charles Hutton: A Mathematical and Philosphical Dictionary. London: Johnson 1795-96: Light.

LIGHT, that principle by which objects are made perceptible to our sense of seeing; or the sensation occasioned in the mind by the view of luminous objects. [...]

Carl Philipp Funke: Handwörterbuch der Naturlehre, insonderheit für Ungelehrte und für Liebhaber dieser Wissenschaft. Bd. 1. Leipzig: Richter 1805: Licht.

Licht, Lichtstoff, Lichtmaterie. Wenn wir die äußern uns umgebenden Gegenstände wahrnehmen sollen, so muß ein gewisses Etwas, das sich nicht weiter definiren läßt, unsere Augen rühren, und dieses Etwas nennen wir Licht oder Lichtstoff. Dieser scheint sich gleichsam von den Gegenständen aus nach allen Richtungen, also auch nach unserm Auge hin zu verbreiten und dadurch die Dinge selbst sichtbar zu machen. Es gibt in der Natur eine Menge Körper, welchen der Lichtstoff eigen ist, z. B. die Sonne, die Fixsterne, brennende und glühende Körper, leuchtende Insekten und Würmer, faules Holz etc.; andere dagegen, die man daher dunkle Körper nennt, müssen erst durch jene erleuchtet werden, wenn sie selbst leuchten sollen.
Nur für den Sinn des Gesichts und sonst für keinen andern Sinn ist das Licht empfindbar. Das Auge bemerkt die Vermehrung, Verminderung, Absonderung und sonstige Veränderung des Lichts, und vermag es sogar zu messen. Hieraus erhellet zur Genüge, daß das Licht etwas Substanzielles, d. h. ein wirklich vorhandenes Wesen, ein Stoff oder eine Materie sey. Das Gegentheil von Licht ist Finsterniß. Hiermit ist's, wie mit der Wärme und Kälte (s. d. Art). Finsterniß nämlich darf nicht für eine wirkliche Substanz gehalten werden, so wenig als Kälte, sondern sie besteht bloß in der Entfernung des Lichts.
[...] Die Lichtstrahlen verbreiten sich sowohl von einem leuchtenden, als erleuchteten Körper nach allen Seiten aus, welches daraus erhellet, weil man einen leuchtenden oder erleuchteten Körper von allen Seiten sieht. Man nennt diese Eigenschaft des Lichts seine Ausdehnbarkeit oder Expansibilität. Die Richtung der Bewegung der Lichtstrahlen wird durchaus von keiner Schwerkraft, wie bei andern Körpern, verändert, weil Licht eine imponderable, d. h. unwägbare Substanz ist. Es wird also die zurückstoßende Kraft des Lichts nicht durch sich selbst gehemmt oder beschränkt; daher breitet sich das Licht bis in's Unendliche aus, und erfüllt seinen Raum mit Continuität, d. h. mit Beharrung.
Aus der Ausdehnbarkeit des Lichts folgt, daß dasselbe auch bei der größten Dünnheit seinen Raum mit Beharrung ausfüllen und in einem ununterbrochenen Strome ausfließen müsse.
[...] Der erstaunlichen Geschwindigkeit ungeachtet, womit das Licht seinen Weg durchläuft, empfindet man dennoch nicht den mindesten Stoß desselben gegen andere Körper und selbst nicht auf der Netzhaut des Auges, obgleich es dieselbe rührt. Man führt zwar Beispiele an, daß Uhrfedern eine schwingende Bewegung gemacht haben sollen, wenn die Lichtstrahlen des Brennglases darauf fielen; allein es ist noch nicht genugsam bewiesen, ob jene Bewegung nicht einer andern Ursache zuzuschreiben sey; wenigstens scheint doch das Licht sehr angehäuft, oder concentrirt seyn zu müssen, wenn es wirklich einen Stoß hervorbringen soll.

Ersch / Gruber: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. 1818-1889: Licht.

Licht ist die durch das Auge vermittelte specifische Empfindungsqualität. Wesentlich anders ist der Inhalt dieses Begriffs in der Sprache des naiven Realismus, dem es noch nicht zum Bewußtsein gekommen ist, daß Objecte unmittelbar nur bekannt sind als Inhalte eines Bewußtseins, cui objecta sunt, und Subjecte nur als Beziehungscentren, als der Schauplatz oder die Unterlage von Wahrnehmungs- (und Vorstellungs-) Inhalten, quibus objecta sunt; daß die uns unmittelbar bekannten Objecte und Subjecte nicht Wesen an sich sind, daß sie beide nur miteinander entstehen und bestehen, aneinander gebunden. In dieser naiven Sprache bezeichnet Licht die irrigerweise mit den Empfindungsqualitäten der Helligkeit und der Farbe ausgestattet gedachte äußere Veranlassung unserer Lichtempfindung. Auch die Wissenschaft bedient sich in der Regel, zum Theil bewußt und nur aus Bequemlichkeit dem gemeinen Sprachgebrauch sich anschmiegend, theils auch, besonders früher, unbewußt des Wortes Licht in der letzteren naiven Begriffsumgrenzung.
Hier handelt es sich vor allem darum, auseinanderzusetzen, welche Vorgänge in uns die Empfindung von Licht und Farbe wecken, und es möge bei der Auseinandersetzung diese Veranlassung der Lichtempfindung der Einfachheit wegen selbst mit Licht bezeichnet werden. [...]

Pierer's Universallexikon. 4. Aufl., 1857-1865: Licht (lux)

Licht (Lux), ist das, was in unserem Auge den Eindruck hervorbringt, welchen wir Sehen nennen. Wo kein Licht ist, da ist Finsterniß u. die Gegenstände uns unsichtbar. Die Lehre vom Licht nennt man Optik (s.d.). [...]
A) Über die Natur des L-s an sich, d. h. ohne Beziehung auf unser Auge, hatte man bis zu Anfang dieses Jahrhunderts zwei Theorien: a) die Emanations- od. Emissionstheorie, zuerst von Newton aufgestellt, dann von Biot, Herschel u. Laplace vervollständigt u. bis Anfang dieses Jahrhunderts festgehalten. Nach ihr besteht das L. in materiellen Körperchen, welche wenigstens kein merkliches Gewicht haben, von dem selbstleuchtenden Körper ausgehen, von den übrigen Körpern aber theils zurückgeworfen, theils hindurchgelassen werden u. in unserem Auge den Eindruck des L-s hervorbringen. [...]
Nun aber haben die letzten Jahrzehnte eine große Menge von Beobachtungen über Erscheinungen des L-s geliefert, namentlich die Erscheinungen der Interferenz, Polarisation u. doppelten Brechung, welche sich nach der Emanationstheorie durchaus nicht, wohl aber nach einer zweiten vollständig erklären lassen, das ist b) die zuerst von Huyghens u. Euler aufgestellte, von Young, Fresnel, Malus u. Cauchy vervollständigte u. neuerdings durch Fizeau u. Foucault entscheidend bestätigte Undulations- od. Vibrationstheorie. Diese Theorie setzt ein allgemeines Mittel voraus, welches den Weltenraum erfüllt u. die ganze Körperwelt durchdringt, u. in welchem sich die von einem leuchtenden Körper ausgehenden Schwingungen fortpflanzen. Dieses hypothetische Mittel heißt Äther [...].

Meyers Konversations-Lexikon. Eine Enzyklopädie des allgemeinen Wissens. Vierte Aufl., Leipzig 1885-92: Licht.

Licht, die Ursache der Sichtbarkeit der Gegenstände; Körper, welche selbsttätig L. aussenden, wie die Sonne, die Fixsterne, Flammen, glühende feste Körper, nennt man Selbstleuchter oder Lichtquellen. Nicht leuchtende Körper können nur gesehen werden, indem sie L. zerstreut zurücksenden (s. Diffusion), welches ihnen von Selbstleuchtern zugeschickt worden. Durchsichtige Körper lassen das L. durch sich hindurchgehen, undurchsichtige halten es auf. [...]

Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. 1904: Licht und FinsternisLichtempfindungen.

Lichtempfindungen sind die Empfindungen des Gesichtssinnes (s. d.), die zum äußeren Reize transversale Schwingungen des Lichtäthers (450-800 Billionen), zum inneren Reize chemische Prozesse in der Netzhaut haben. Sie zerfallen in Helligkeits- und Farbenempfindungen. [...]

Jewish Encyclopaedia. 1901-1906: Light.

(Hebr. or): The primal element of Creation in all ancient cosmogonies; the first creation of God. — Biblical Data: God said, Let there be light: and out of the primeval chaos there came forth light (Gen. i. 2-3). In the Creation psalm, God, before stretching out the heavens like a curtain, wraps Himself in light as in a mantle (Ps. civ. 2, Hebr.; whence the Father of lights of James i. 17). He is the Former of light and the Creator of darkness (Isa. xlv. 7). No one knows the way to the light, which has its seat in heaven (Job xxxviii. 19, Hebr.); it emanates from the face of God (Ps. iv. 7 [A. V. 6], xliv. 4 [A. V. 3], lxxxix. 16 [A. V. 15]), whose whole being is luminous (Ex. xiii. 21, xxiv. 10; Ps. xxxvi. 10 [A. V. 9]; Job xxxvi. 30, xxxvii. 3). Gradually this light of God assumed a spiritual or symbolical meaning, in such passages as God is light, to those who walk in darkness (Isa. ix. 2; x. 17; lx. 1-3, 19-20; Micah vii. 8; Ps. xxvii. 1, xxxvi. 10 [A. V. 9]). [...]

Encyclopaedia Britannica, Ausgabe von 1911: Light.

LIGHT. Introduction. Light may be defined subjectively as the sense-impression formed by the eye. This is the most familiar connotation of the term, and suffices for the discussion of optical subjects which do not require an objective definition, and, in particular, for the treatment of physiological optics and vision. The objective definition, or the nature of light, is the ultima Thule of optical research. [...]

Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Tübingen: Mohr 1956-1965. Bd. 4, S. 357 f.: Licht und Finsternis

1. Religionsgeschichtlich
2. Im AT und im Judentum
1. a) In den Volksreligionen des Altertums ist das L. (vom Parsismus abgesehen, s. 1f) kein konstitutives Element des Göttlichen, sondern tritt aufs Ganze gesehen nur als Attribut derjenigen Götter auf, die hinter Sonne, Mond und Sternen bzw. auch dem Blitze stehen (vgl. ferner die Begriffe Tages-L., Morgendämmerung, Himmels-L.). Die F. gehört mit der Nacht und der Unterwelt ( Hölle: I) zusammen. Bisweilen wird sie (oder auch die Nacht) als Charakteristikum des Chaos-Zustandes hervorgehoben (Hesiod, Hermopolis, Sanchuniaton, Berossos, Orphiker [ Orpheus]). – Tod und F. gehören zusammen, ebenso L. und Leben. Das L. (die Sonne) sehen heißt leben. Die Sonne schenkt L. und Leben und wird L. der Länder, der Welt, der Menschen genannt (Ägypten, Babylonien). Der Gegensatz von L. und F. ist also primär kein ethischer, obwohl das Recht (: II) mit der Sonne verbunden ist und die Bösen als Freunde des Dunkels gelten. L. bedeutet vor allem Glück und Wohlergehen, F. Unglück und Schrecken. In diesem Sinne nennen sich Götter des Hellenismus das L. für alle Menschen ( Serapis, Isis, Glykon).
b) Dieser L.begriff liegt auch bei den Mysterien zugrunde. Die verwendeten L.effekte und -riten sollen den Mysten durch die Nöte der Nachtseite des Daseins oder der Unterwelt hindurch zu einer Seligkeit in der Gemeinschaft der Götter erlösen.
c) Die griechische Philosophie intellektualisiert und ethisiert den L.begriff. Durch das L. werden die Dinge erkannt, sie erscheinen; die Idee des Guten erleuchtet ( Erleuchtung) das Auge der Seele ( Plato). Bei den Pythagoreern (vgl. schon Parmenides) werden L. und F. mit den leichten bzw. schweren kosmischen Elementen in Verbindung gebracht. Die Seelen stammen aus dem ätherischen Feuer der Gestirne (vgl. Poseidonius, Mithras- Mysterien). Zur Entstehung dieses hellenistischen L.mystizismus hat wohl syrischer und ägyptischer Sonnenkultus beigetragen. Die Sonne wird das L. der Welt genannt, weil sie jetzt als organisierende Weltvernunft und lebenspendende kosmische Kraft gilt (Poseidonius, Hermetica, Zauberpapyri).
d) In den nachchristlichen Jh.en erhält der religiöse L.gedanke wachsende Bedeutung. Bei Epiphanien ( Erscheinungsformen der Gottheit) kommen L.phänomene vor (Aelius Aristides). Die Götter der Zauberpapyri ( Zauberbücher) sind oft mit L.attributen ausgestattet. Ein Zentralbegriff wird das L. aber erst in mystischen und gnostischen Richtungen. Die göttliche Welt wird hier als L. vorgestellt, ihr Gegensatz als F. In mystischer Schau ( Mystik: II) wird die Vereinigung mit der L.welt vorweg erlebt, der Mensch wird zum L. verwandelt (»erleuchtet«; Corp. Hermet. XIII). Im Neuplatonismus liegt die Tendenz vor, das geschaute L. über das Noetische hinaus zu erheben; das L. wird zu einem Glanz, der den Menschen blendet (vgl. schon Philo).
e) Die Gnosis (: I) zeichnet sich durch einen ausgesprochenen Dualismus von L. und F. aus. Der ganze Kosmos mitsamt den Gestirnen ist der F. anheimgefallen. Nur der L.stoff des Selbst gehört der oberen L.welt an und wird dahin zurückgerettet. In gewissen Systemen (z. B. Sethianer, Basilides, Poimandres, Manichäismus, z. T. Mandäer) stehen L. und F. als Urdata einander gegenüber, in anderen entsteht die F. erst durch einen Emanations-Prozeß u. ä.
f) Eine Wurzel dieses Dualismus hat man im Parsismus ( Iran: III) gesucht. Schon in den ältesten Teilen des Avesta ist das dualistische Prinzip konstitutiv; doch tritt der Gegensatz von L. und F. noch zurück. Jüngere Texte und westliche Quellen zeigen aber, daß es sich hier um ein Strukturelement iranischer Religion handelt. Das Wesen der himmlischen Welt ist L. und Feuer, vgl. den Begriff Chwarenah (Machtglanz). Gegeneinander stehen – bisweilen als Zwillingsbrüder – der Gott des L.es und der Geist oder Gegengott der F., die um die Weltherrschaft kämpfen ( Ormazd, Ahriman). Von einem Gegensatz von Geist und Materie bzw. Sinnlichkeit, wie er in der Gnosis vorliegt, ist jedoch keine Rede. Das Ziel ist nicht eine Ausscheidung der L.elemente aus einer finsteren Welt, sondern die Verdrängung der dämonischen Kräfte der F. durch eine eschatologische Verklärung der Welt.
2. a) Für das AT ist eine »präsolare« Auffassung der Welt eigentümlich. Die Gestirne werden als Attribute von Tag und Nacht aufgefaßt und treten vor diesen zurück (Gen 1, 3 ff.; Ps 136, 7 ff.; Hi 38, 12 ff.). Nur ausnahmsweise ist die Sonne Symbol des Heilseingreifens Gottes, meistens die Morgendämmerung und der Morgen (Hos 6, 3. 5; Zeph 3. 5). Wie in den Religionen der Umwelt (s. 1) bedeutet L. vor allem Leben, Heil, Glück, F. Unglück. Ein theoretischer Ansatz liegt vor, wenn das L. mit dem Gesetz (: II) oder der Weisheit verbunden wird. Eine ethische Wendung erhält der L.begriff nur in beschränktem Maße. Charakteristisch ist die Kombination von L. und F. mit dem Bilde des Weges oder der Wanderung. Das L. wird zum Inbegriff aller Heilsgüter (Ps 36, 10; Jes 42, 6). Als deren Quelle wird Gott selbst L. genannt (Jes 10, 17), oder das L. wird als sein L. bezeichnet (Jes 2, 5). Auch die F. kommt von Gott (Jes 45, 7), aber nur das L. erhält das Prädikat »gut«; in eschatologischer Zeit gibt es nur L. und nur Tag (Jes 60, 19 f.; Sach 14, 7). – Der vielfach vermutete solare Einschlag im at. Gottesbilde (Ezechiel) betrifft höchstens einen verblaßten Hintergrund (vgl. »L. des Angesichtes« = Gunst, Heil). Als Attribut der Person Gottes ist das L. zunächst eine Folgeerscheinung des Feuers (Ex 13, 21) oder auch des Blitzes (Hab 3, 11). Ein Moment von L. verbindet sich mit dem Begriff der Herrlichkeit Gottes, jedoch nicht immer. Durchgehend gilt wohl ferner, daß das L. im AT eine Bestimmung zur Epiphanie Gottes ist, nicht zu seinem himmlischen Wesen (so auch Ps 104, 2?). Auch die F. kann in dieser Rolle auftreten.
b) Im Judentum ist die Sonne die L.quelle des Tages. Das L. der äußeren Welt wird vielfach als Ausfluß des himmlischen L.es aufgefaßt. Das Urlicht wurde infolge der Sünde von der Welt zurückgezogen, ist aber in Israel (dem Tempel, dem Gesetz) wieder da, und zwar als L. der Welt. L. und F. sind auch Sinnbilder für moralische Qualitäten, für die gute bzw. böse Sphäre oder Menschengruppe (bes. bei Philo). Ein ausgebildeter Dualismus in diesem Sinne liegt in den Qumran-Texten vor.
Zu 1: W. BOUSSET, Hauptprobleme der Gnosis, 1907, 87 ff. 92 ff. – DERS., Kyrios Christos, (1913) 19263, 172 ff. – R. REITZENSTEIN, u. a.: Die hellenist. Mysterienreligionen, (1910) 19273, 42 ff. 264 ff. 286 ff. – DERS., Das iran. Erlösungsmysterium, 1921 – W. BAUER,3Das JohEv (HNT 6), (1912) 19333, 19. 120 ff. – G. P. WETTER, »Ich bin das L. der Welt« (Beitr. z. Rel. wiss. 1, 1913/14, 166-201) – DERS., PHÔS, Uppsala 1915 – W. SCOTT, Hermetica II, Oxford 1925, 20 f. – ThW I, 241 f.; II, 255 f. 842; IV, 17 ff.; V, 316. 321 f. – W. NESTLE, Griech. Religiosität von Alex. d. Gr. bis auf Proklos, 1934, passim – H. JONAS, Gnosis u. spätantiker Geist I, (1934) 19542 – FR. J. DÖLGER, mehrere Schriften, u. a.: Lumen Christi (AuC 6/1, 1935, 1-43) – H. S. NYBERG, Die Religionen des alten Iran, 1938, 17 ff. 109. 384 – E. PERCY, Unters.en über den Ursprung der joh. Theol., Lund 1939, 23 ff. 76 ff. 312 ff. – R. BULTMANN, Das Evang. des Joh. (MeyerK II), (1941) 195715, 22 ff. – DERS., Zur Gesch. der L.symbolik im Altertum (Philologus 97, 1948, 1-36) – Alte Sonnenkulte u. die L.symbolik in der Gnosis u. im frühen Christentum (= ErJb 10, 1943; verschied. Verf.) – FR. CUMONT, u. a.: Lux perpetua, Paris 1949 – E. PAX, EPIPHANEIA. Ein rel.gesch. Beitr. z. bibl. Theol. (MThS I, 10), 1955 – J. DORESSE, Les livres secrets des Gnostiques d'Egypte, Paris 1958, 38 ff. 170 ff. 233 ff. 312 ff. – BAUER, WB5 1501. 1724 ff. (Lit.). – Zu 2 außer den at. Theologien: BILL. I, 161 f. 236 ff.; II, 427 f. – H. ODEBERG, The Fourth Gospel, Uppsala-Stockholm 1929, 286 ff. – E. R. GOODENOUGH, By Light, Light. The Mystic Gospel of Hellenistic Judaism, New Haven 1935 (Philo!) – A. M. GIERLICH, Der L.gedanke in den Psalmen, 1940 – S. AALEN, Die Begriffe »L.« u. »F.« im AT, im Spätjudentum u. im Rabbinismus, Oslo 1951 – E. PAX (s. o.) – FR. NÖTSCHER, Zur Terminologie der Qumran-Texte, 1956, 76 ff. – Vgl. die Lit. zu Feuer, Herrlichkeit Gottes.
S. Aalen

Der Große Herder. 5. Aufl. Freiburg: Herder 1957: Licht.

Licht bezeichnet die durch das Auge wahrnehmbaren Sinnesempfindungen, zugleich auch die Strahlung, welche den Lichteindruck auslösen kann. Die Physik beschäftigt sich mit dem L. als Strahlung. Hier ist L. Energie, die als Strahlung in Form einer elektromagnet. Welle von einer L.quelle ausgeht (emittiert wird) u. sich mit Lichtgeschwindigkeit durch den Raum ausbreitet. [...]

Dictionary of the History of Ideas. Studies of Selected Pivotal Ideas, edited by Philip P. Wiener. New York: Charles Scribner's Sons 1973-74: Optics and Vision.

The Columbia Encyclopedia. Sixth Edition. 2001-05: light.

Light — visible electromagnetic radiation. Of the entire electromagnetic spectrum, the human eye is sensitive to only a tiny part, the part that is called light. The wavelengths of visible light range from about 350 or 400 nm to about 750 or 800 nm. The term light is often extended to adjacent wavelength ranges that the eye cannot detect—to infrared radiation, which has a frequency less than that of visible light, and to ultraviolet radiation and black light, which have a frequency greater than that of visible light. [...]

Encyclopaedia Britannica. 2005: light

light — electromagnetic radiation that can be detected by the human eye. In terms of wavelength, electromagnetic radiation occurs over an extremely wide range, from gamma rays with a wavelength of 3 10-14 centimetre to long radio waves measured in millions of kilometres. In that spectrum the wavelengths visible to humans occupy a very narrow band, from about 7 10-5 centimetre (red light) [...]

Microsoft Encarta. 2005: Licht

1 EINLEITUNG
Licht, im physikalischen Sinn eine Form der elektromagnetischen Strahlung.
Licht besteht aus extrem schnellen Schwingungen eines elektromagnetischen Feldes in einem bestimmten Frequenzbereich. Bei sichtbarem Licht entstehen verschiedene Farben durch verschiedene Frequenzen. Sie reichen von etwa 4×1014 Schwingungen pro Sekunde für rotes Licht bis ungefähr 7,5×1014 Schwingungen pro Sekunde für blaues Licht. Die Wellenlängen für das sichtbare Spektrum reichen von ungefähr 40 millionstel Zentimeter (Violett) bis zu 75 millionstel Zentimeter (Rot). Höhere Frequenzen, denen kürzere Wellenlängen entsprechen, umfassen die ultraviolette Strahlung, und noch höhere Frequenzen findet man bei der Röntgenstrahlung. Niedrigere Frequenzen (also größere Wellenlängen) werden als infrarote Strahlung bezeichnet. Noch kleinere Frequenzen sind charakteristisch für Radiowellen. Im allgemeinen Sinn versteht man unter Licht die Form von Strahlung, die man mit dem bloßen Auge wahrnehmen kann – also sichtbares Licht. [...]
2 WESEN DES LICHTES
Licht wird von einer Quelle in Form von Strahlen abgegeben und breitet sich auf seinem Weg immer weiter aus, wobei die Leuchtstärke pro Flächeneinheit mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt. Wenn Licht auf einen Körper trifft, wird es entweder absorbiert oder reflektiert. Nach der Reflexion an einer rauen Oberfläche wird das Licht in alle Richtungen gestreut. [...]
3 GESCHWINDIGKEIT
Die Lichtgeschwindigkeit wurde erstmals in einem Laborversuch von dem französischen Physiker Armand Hippolyte Fizeau gemessen (um 1850). Auch frühere astronomische Beobachtungen hatten ungefähr die richtige Geschwindigkeit ermitteln lassen (z. B. Ole Römer, 1676). Heute ist die Lichtgeschwindigkeit sehr genau mit 299 792 458 Metern pro Sekunde im Vakuum bekannt. [...]

Wikipedia. September 2005: Licht.

Licht ist der Teil der elektromagnetischen Strahlung, die [sic!] vom menschlichen Auge wahrgenommen werden kann. Dies sind die elektromagnetischen Wellen im Bereich von etwa 380-780 Nanometer (nm) Wellenlänge. Die unterschiedliche Empfindlichkeit von Pigment-Molekülen (Blau, Grün-Gelb, Orange-Rot) in verschiedenen Sehzapfenarten und Stäbchen des menschlichen Auges für verschiedene Wellenlängen (V(λ)-Kurve) ist Grundlage der Fotometrie. Während die Sehzapfen für Farbsehen verantwortlich sind, registrieren die Sehstäbchen in der Netzhaut mit den Retinal-Molekülen unter Rhodopsin-Abspaltung bei Photonen-Einfang die Lichtstärke. [...]

Der Brockhaus in Text und Bild (2005): Licht.

Licht, im engeren Sinn die für das menschliche Auge sichtbare elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen zwischen 380 und 780nm (sichtbares Licht), im weiteren Sinn der Wellenlängenbereich zwischen etwa 100nm und 1mm (optische Strahlung), der auch die Ultraviolett- und Infrarotstrahlung umfasst; die Grenzen zu noch lang- beziehungsweise kurzwelligerer Strahlung sind fließend. [...]

Historische Werke

Der Open WorldCat verzeichnet über 220 Werke unter dem Stichwort Light Early works to 1800. Die Ergebnisse können nach Autoren, Inhalten, physischem Format, Sprache und Erscheinungsjahr selektiert werden.

Johannes Kepler: Dioptrice seu Demonstratio eorum quæ visui & visibilibus propter Conspicilla non ita pridem inventa accidunt. Præmissæ Epistolæ Galilæi de ijs, quæ post editionem Nuncij siderij ope Perspicilli, nova & admiranda in coelo deprehensa sunt. Item Examen praefationis Ioannis Penæ Galli in Optica Euclidis, de usu Optices in philosophia. - Avgvsta Vindelicorvm, typis Davidis Franci 1611 (HAB).
Deutsche Übersetzung: Johannes Kepler: Dioptrik oder Schilderung der Folgen... Übers. v. Ferdinand Plehn. Leipzig 1904 (Ostwald's Klassiker; Internet Archive).

Francesco Maurolico: Theoremata de lumine, et umbra, ad perspectivam, et radiorum incidentiam facientia ; Diaphanorum partes, seu libri 3. Lugduni: Vincentius 1613 (HAB).

Claude Mydorge: Prodromi catoptricorum et dioptricorum: sive Conicorum operis ad abdita redii reflexi et refracti mysteria praevij & facem praeferentis libri 4 priores. Parisiis: Dedin 1639 (HAB)

Georg Philipp Harsdörffer: Mathemat- und philosophische Erquickstunden. Nürnberg: Dümler 1653 (HAB). Der III. Theil: Von der Seh- und Spiegelkunst (Optica & Catoptrica) ab Image 237, S. 215.

Die I. Frage: Was das Licht und der Schatten seye? Das Licht ist entweder natürlich / wie die Sonne / und Sterne / von welchen in nachgehendem Theile gehandelt wird / oder es ist künstlich / und von den Menschen angezündet / wie die Flammen / und das Feuer / dessen Eigenschafft ist leuchten / oder scheinen / verzehren / schmelzen / brennen etc. / Dieses Orts wird es nur betrachtet / als ein stralender Glanz / welcher den Schatten verursachet.

Isaac Vossius: De Lucis Natura Et Proprietate. Amstelodami: Elzevir 1662 (HAB).

Robert Hooke: Micrographia. Or Some physiological descriptions of minute bodies made by magnifying glasses. With observations and inquiries thereupon. London : Martyn & Allestry 1665 (HAB, auch an der University of Wisconsin).

Isaac Newton: A Letter ... containing his New Theory about Light and Colors. Philosophical Transactions of the Royal Society No. 80, published 19 Feb. 1671/72

Isaac Barrow: Lectiones opticae et geometricae. In quibus phaenomenum opticorum genuinae rationes investigantur, ac exponuntur: et generalia curvarum linearum symptomata declarantur. Londini: Scott 1674 (HAB).

Christian Huygens: Traite De La Lvmiere. Où sont expliquées Les causes de ce qui luy arrive Dans la Reflexion, & dans la Refraction. Et particulierement Dand l'etrange Refraction Dv Cristal D'Islande. Avec un Discours de la Cause De La Pesantevr. A Leide: Chez Pierre Vander Aa, Marchand Libraire, 1690 (HAB).

Jacques Cassini: Theses mathematicae de Optica. Paris: Classan 1691 (HAB).

Johann Wilhelm Ritter: [Ankündigung der Entdeckung ultravioletter Strahlen]. In: Annalen der Phyik VII (1801), S. 527, sowie Versuche über das Sonnenlicht. In: Annalen der Phyik XII (1803), S. 409-415.

Johann Wolfgang Goethe: Zur Farbenlehre. 1810. — Der historische Teil enthält eine umfangreiche Geschichte des menschlichen Verhältnisses zu Licht und Farbe.

Vorwort
Ob man nicht, indem von den Farben gesprochen werden soll, vor allen Dingen des Lichtes zu erwähnen habe, ist eine ganz natürliche Frage, auf die wir jedoch nur kurz und aufrichtig erwidern: es scheine bedenklich, da bisher schon so viel und mancherlei von dem Lichte gesagt worden, das Gesagte zu wiederholen oder das oft Wiederholte zu vermehren.
Denn eigentlich unternehmen wir umsonst, das Wesen eines Dinges auszudrücken. Wirkungen werden wir gewahr, und eine vollständige Geschichte dieser Wirkungen umfasste wohl allenfalls das Wesen jenes Dinges. Vergebens bemühen wir uns, den Charakter eines Menschen zu schildern; man stelle dagegen seine Handlungen, seine Taten zusammen, und ein Bild des Charakters wird uns entgegentreten.
Die Farben sind Taten des Lichts, Taten und Leiden. In diesem Sinne können wir von denselben Aufschlüsse über das Licht erwarten. Farben und Licht stehen zwar untereinander in dem genausten Verhältnis, aber wir müssen uns beide als der ganzen Natur angehörig denken: denn sie ist es ganz, die sich dadurch dem Sinne des Auges besonders offenbaren will.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse. 1830. § 275: Das Licht.

Die erste qualifizierte Materie ist sie als reine Identität mit sich, als Einheit der Reflexion-in-sich, somit die erste, selbst noch abstrakte Manifestation. In der Natur daseiend ist sie die Beziehung auf sich als selbständig gegen die anderen Bestimmungen der Totalität. Dies existierende allgemeine Selbst der Materie ist das Licht, - als Individualität der Stern, und derselbe als Moment einer Totalität die Sonne.

Albert Einstein: Ueber einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt. In: Annalen der Physik 17 (1905), S. 132-148.

<http://www.kisc.meiji.ac.jp/~mmandel/recherche/licht.html>
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